Spiegelneuronen – die Macht des Unterbewusstseins

Spiegelneuronen

Stell dir vor du könntest fit werden vom auf dem Sofa sitzen und Fitnessvideos schauen! Hört sich nach einem großen Betrug an? Dein Körper macht es aber mit deinen Spiegelneuronen tatsächlich möglich!

Ich sage immer wieder gerne, dass unser Körper und die Natur ein unglaubliches Meisterwerk sind. Bis heute wird noch an dem menschlichen Körper geforscht und auch die Spiegelneuronen sind noch nicht komplett entschlüsselt in all ihren Wirkungsweisen. Doch es gibt so einiges, was wir heute schon wissen!

Was sind Spiegelneuronen?

Um zu erklären was Spiegelneuronen sind, ist eine wissenschaftliche Definition die beste Wahl. Meine habe ich von der Seite Lexikon Stangl, ein Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik:

“Spiegelneuronen werden manchmal auch Simulations- oder Empathieneuronen genannt, und sind Nervenzellen, die im Gehirn während der Betrachtung eines Vorgangs die gleichen Potenziale auslösen, wie sie entstünden, wenn dieser Vorgang nicht bloß passiv beobachtet, sondern aktiv ausgeführt würde. Spiegelneuronen bilden im Gehirn des zuschauenden oder beteiligten Menschen nicht nur Handlungen nach, sondern auch Empfindungen und Gefühle. Es sind also Gesamteindrücke, die man von anderen Menschen gewinnt, und Emotionen, Motivationen, Handlungsstrategien etc. von Menschen, mit denen man intensiv zu tun hat, hinterlassen so eine Art inneres Bild.”

Spiegelneuronen . Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik

Wie wirken Spiegelneuronen im Alltag?

Das Interessante an diesen Spiegelneuronen und was sie mit uns machen ist eigentlich Folgendes: Angenommen du schaust dir ein Video an über einen Menschen an, der sein Training im Fitnessstudio macht. Deine Spiegelneuronen sorgen dafür, dass du nicht nur zu siehst, sonder senden Impulse an deinen Körper als ob du tatsächlich trainierst. Auf den ersten Blick hört sich das absurd an, aber es wurde tatsächlich wissenschaftlich nachgewiesen!
Du wirst durch das zu gucken natürlich nicht 100% Muskelkraft und auch das äußerliche Aussehen erreichen. Was in deinem Körper angestoßen wird, ist dass deine Muskeln anfangen diese Bewegungen zu lernen und tatsächlich eine gewisse Prozentzahl an Kraft nur durch das Zusehen aufnehmen. Ich nenne gezielt das Beispiel Sport an dieser Stelle, weil es sich zunächst so absurd anhört: Als könnte man vom auf der Couch sitzen und gleichzeitig trainieren. Aber genau dieses Beispiel soll zeigen wie machtvoll diese Spiegelneuronen sind!

Wenn man sich die tiefgründige Bedeutung von diesen Spiegelneuronen überlegt, machen sich für uns ganz neue Welten auf. Durch das Zuschauen eines Vorgangs oder eines Menschen wird in deinem Körper eine Spiegelung durchgeführt. Da bekommt der Ausdruck “Du bist, was du konsumierst” eine ganz neue Bedeutung!

Hieraus ergibt sich also, dass es gar nicht so unwichtig ist, was wir uns täglich auf Instagram, TikTok oder YouTube anschauen, welche Bücher wir lesen oder mit welchen Menschen wir Zeit verbringen. So ist dir bestimmt mal aufgefallen, dass du unbewusst anfängst gewisse Ausdrucksweisen von Freunden zu übernehmen, wenn du ein wenig mehr Zeit mit ihnen verbringst – auch das ist an die Spiegelneuronen geknüpft.
Man sagt, dass man der Durchschnitt der fünf Menschen ist, mit denen man am meisten Zeit verbringt. Auch ohne die Spiegelneuronen machte diese Aussage bereits mehr als Sinn. Aber mit der Erklärung der Spiegelneuronen wird deutlich, dass wir wenig Einfluss darauf haben, was wir von diesen Menschen übernehmen, denn unser Körper verarbeitet unterbewusst einfach alles.

Als ich das erstmal über Spiegelneuronen gelesen habe, das war übrigens in dem Buch “Wir sind alle Sternenstaub” hatte ich das Gefühl als hätte ich einen kleinen Cheat Code fürs Leben entdeckt. Denn alles was ich nicht bin, aber gerne sein würde, kann ich mir durch das Zuschauen aneignen und mich selber umprogrammieren. Da ich das Buch, oder eher das Kapitel, vor wenigen Tagen gelesen habe, habe ich noch keinen großen Plan zur Umsetzung gemacht. Doch seitdem schwirrt mir diese Erkenntnis im Kopf rum und evaluiert, was mich täglich umgibt.

Weitere Funktionen von Spiegelneuronen

Spiegelneuronen ist für noch mehr zuständig und verantwortlich. Für die gesamte Übersicht möchte ich deshalb auch nochmal kurz die anderen Funktionen erwähnen.
Zum einen sind die Spiegelneuronen für unsere Sprache zuständig. Denn wie bereits erwähnt fördern sie das Erkennen und Nachahmen. Sie lassen uns erkennen was unser gegenüber tut, aber nicht warum er etwas tut. Das ist vielleicht wichtig zu erwähnen. Wenn wir sehen wie jemand etwas tut, ist es für unseren Körper durch das Aussenden von Impulsen durch die Neuronen so als ob wir es selber tun. Deshalb sind Spiegelneuronen für die Empathie ebenfalls ein wichtiger Bestandteil.

Was passiert wenn bei einem Menschen Spiegelneuronen eine Über- oder eine Unterfunktion haben? Das ist wissenschaftlich noch nicht komplett belegt, aber hier gibt es bereits erste Ansätze. Ist die Funktion der Spiegelneuronen gestört, scheint dies mit Autismus im Zusammenhang zu stehen. Ein Mensch mit gestörten Spiegelneuronen, wenn also diese Spiegelfunktion gestört ist, kann der Mensch die Handlungen des Gegenüber nicht richtig verarbeiten, wodurch auch das Empathie-Empfinden gestört ist. Es gibt natürlich auch das andere Extrem: Die Spiegelneuronen senden zu viele Impulse, sind also überaktiv. Das führt zu einer emotionalen Überempfindlichkeit – der Borderline Persönlichkeitsstörung. Borderline-Betroffene empfinden besonders negative Emtionen verstärkt durch diese Überaktivität, was das Krankheitsbild dann eben ausmacht.

Was machst du mit dieser Erkenntnis?

Vielleicht sind dir beim Lesen auch schon ein paar Ideen gekommen, wie du diese Spiegelneuronen gezielt für dich nutzen kannst. Ich finde es sogar vielleicht noch wichtiger, erstmal zu bewerten was du aktuell konsumierst und welchen Einfluss es auf dich genommen hat. Unser Unterbewusstsein ist wie du siehst ein machtvolles Instrument. Spiegelneuronen zeigen mal wieder, wie wichtig es ist sich bewusst zu entscheiden mit wem und mit was wir unsere Zeit verbringen.

P.S. Hier geht’s zur Podcast Folge zu diesem Beitrag.

Weitere Quellen: Spektrum

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