Impostor Syndrom als Frau vermeiden

Impostor Syndrom als Frau vermeiden

Vielleicht hast du den Begriff Impostor Syndrom schon irgendwo gehört. Vielleicht ist dir der Begriff aber auch völlig fremd. Wenn ich ihn ganz simpel und einfach erklären müsste, würde ich sagen dass es bedeutet, dass man sich unter dem eigenen Wert verkauft und das natürlich nicht preislich bezogen.
Besonders stark sind Frauen davon betroffen. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns heute damit, wie man dieses Impostor Syndrom als Frau vermeiden kann.

Was ist das Impostor Syndrom?

Das Impostor-Syndrom wird auch Hochstapler-Syndrom genannt. Hier erstmal eine kleine Definition aus dem Internet:

„Das Hochstapler-Syndrom, teilweise auch Impostor-SyndromImpostor-PhänomenMogelpackungs-Syndrom oder Betrüger-Phänomen genannt, ist ein psychologisches Phänomen, bei dem Betroffene von massiven Selbstzweifeln hinsichtlich eigener Fähigkeiten, Leistungen und Erfolge geplagt werden und unfähig sind, ihre persönlichen Erfolge zu internalisieren.

Trotz offensichtlicher Beweise für ihre Fähigkeiten sind Betroffene davon überzeugt, dass sie sich ihren Erfolg erschlichen und diesen nicht verdient haben, zum Beispiel aufgrund des Matthäus-Effekts. Von Mitmenschen als Erfolge angesehene Leistungen werden von Betroffenen dieses Syndroms mit Glück, Zufall oder mit der Überschätzung der eigenen Fähigkeiten durch andere erklärt. Bei manchen dieser Menschen sind diese Selbstzweifel derart ausgeprägt, dass sie sich selbst für Hochstapler halten und in der ständigen Angst leben, andere könnten ihren vermeintlichen Mangel an Befähigung bemerken und sie als Betrüger entlarven.“ – zitiert aus Wikipedia.

Um es einfach zu beschreiben bedeutet es, dass man selber an den eigenen Fähigkeiten zweifelt und tatsächliche Fähigkeiten und Errungenschaften nicht anerkennt. Denn wenn man über diese Fähigkeiten und Errungenschaften nachdenkt, fühlt man sich wie ein Hochstapler (daher der Name).

Woran erkennst du das Impostor Syndrom bei dir?

Die Definition hört sich meist immer intensiver an als es in Wirklichkeit zum Vorschein kommt. Hast du schon mal einen der folgenden Situationen erlebt?

  • Jemand macht dir ein Kompliment, weil du etwas gut gemacht hast. Du sagst „Danke aber…“ und fügst noch ein paar Gründe hinzu, wieso der Dank eventuell nicht angebracht ist.
  • Du erreichst etwas in deinem Leben, sei es eine Beförderung, bestehst einen Test etc. und die Leute gratulieren dir. Du sagst, dass es nur Glück war und du eigentlich gar nicht so gut warst.
  • Du liest über eine Stellenanzeige und denkst, dass du nur zu 60% passt und entscheidest dann es nicht zu versuchen, weil du nicht qualifiziert genug bist.
  • Du bekommst von einer neuen tollem Möglichkeit mit an der du eigentlich Interesse hast. Du entscheidest dich aber dagegen teilzunehmen, weil du denkst dass du die Voransprüche nicht erfüllst.

All das sind Situationen, die sich ganz leicht in den Alltag einschleichen und uns jedem Mal passiert sind. Kommt dir das ein oder andere Szenario bekannt vor? Dann bist du auch von dem Impostor Syndrom betroffen.

Studien haben gezeigt, dass Frauen viel häufiger davon betroffen sind als Männer. Männer neigen eher dazu sich besser zu sehen als sie eigentlich sind, wohin gegen Frauen sich kritischer und schlechter einschätzen als sie tatsächlich sind.

Impostor Syndrom als Frau vermeiden

Jeder von uns ist anders und zweifelt an unterschiedlichen Stellen an sich selber. Die nachfolgenden Tipps können entweder den Anreiz geben das Hochstapler Syndrom zu bekämpfen oder helfen eventuell bestimmte Muster zu durchbrechen.

  • Lerne Danke zu sagen
    Eine der häufigsten Situationen, die vorkommt, ist dass einer Frau ein Kompliment gemacht wird und sie versucht dies mit irgendwelchen Argumenten runterzuspielen. Beim nächsten Mal, wenn du ein Kompliment bekommst, egal ob es für deine Arbeit oder deine neuen Schuhe ist, sag einfach Danke und akzeptiere das Kompliment.
    Es ist vollkommen in Ordnung Anerkennung anzunehmen.
  • Entschuldigungen annehmen
    Wie reagierst du, wenn dich jemand verärgert hat und sich dann bei dir entschuldigt? Sagst du dann „Macht nichts“? Oder vielleicht „Schon okay.“? Entschuldigungen richtig anzunehmen gehört ebenfalls zu dem Punkt keine Selbstzweifel zu haben und eine Anerkennung anzunehmen. Versuch es doch beim nächsten Mal mit „Ich verzeihe dir.“ oder „Ich nehme deine Entschuldigung an.“ Damit weiß dein Gegenüber, dass er tatsächlich etwas falsches getan hat und du es gut findest, dass er sich entschuldigt.
  • Nicht alle sind besser als du
    Wir sind vermutlich alle mal einer Person im Leben begegnet, die ein Selbstbewusstsein von dein eigenen Fähigkeiten hatte, die den Ist-Zustand stark überschreitet. Statistisch gesehen sind es vor allem Männer, die dazu neigen. Studien haben gezeigt, dass Männer sich auf Stellenausschreibungen bewerben, wenn sie nur 60% der Erforderungen erfüllen. Frauen bewerben sich dagegen fast nur, wenn sie 100% der Aufforderungen erfüllen.
    Worauf will ich damit hinaus? Auch wenn du vielleicht denkst, die anderen können mehr weil sie so selbstsicher sind – das ist nicht der Fall! Führ dir vor Augen, dass jeder einzelne Schwächen und Entwicklungspotenzial hat. Nur weil sich jemand dominanter präsentiert, bedeutet es nicht dass die Person automatisch auch gute Kenntnisse oder Fähigkeiten hat.

  • Was hast du bisher erreicht?
    Um als Frau das Impostor Syndrom zu vermeiden, ist es hilfreich eine Liste anzufertigen, was man bisher erreicht hat. Welche Erfahrungen hast du gesammelt und welche neuen Fähigkeiten erlernt? Sei nicht zurückhaltend, sei ruhig ein wenig prahlerisch und bring es zu Papier, denn zeigen musst du es niemandem.
    Frag dich, ob du stolz auf deine beste Freundin wärst, wenn sie all das erreicht hätte. Würdest du ihr Zuspruch geben ruhig selbstbewusster zu sein?
    In Situationen, wenn dich die Zweifel überkommen und du dich z.B. fragst, ob du die Beförderung verdient hast, denk an diese Liste. Denn die Antwort ist immer: JA, DU HAST ES DIR VERDIENT!

  • Keine Angst vor Fehlern
    Einer der größten Blocker in unserem Leben ist die Angst. Die Angst vor Fehlern, die Angst vor der Meinung der anderen. Erfolg ist aber nie ein gerader Weg und erst die Fehler sind die, die uns voran treiben. Wenn alles richtig läuft, lernt man fast nichts dazu.
    Es gibt sogar eine Methode, die bei Experimenten, Projekten etc. benutzt, die „Try and Error“ heißt. Man versucht eine Version (Try) und wenn man mit ihr scheitert (Error), versucht man die Nächste.
    Jeder Mensch mit dem du sprichst, macht Fehler und hat bereits unzählige Fehler gemacht. Manche Fehler lösen eine Kettenreaktion von großartigen Dingen aus. Solange du dein Bestes gibst, sind Fehler kein Verbrechen.

Wie bereits erwähnt hat jeder von uns mit unterschiedlichen Selbstzweifeln zu kämpfen. Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass das ein oder andere auf dich zutrifft, weißt du wo du ansetzen kannst, um das Impostor Syndrom als Frau vermeiden zu können. Natürlich gibt es mittlerweile auch viel Literatur zu dem Thema. Falls du dich weiter reinlesen möchtest, ist das Buch das Richtige für dich.

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